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Aktualität

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Ist die Passion auch ein Spiel von heute?

Natürlich sind wir uns bewusst, dass wir ein Geschehen zeigen, das vor fast 2000 Jahren abgelaufen ist. Gerade dieses Damals und Heute wollen wir in unserer Aufführung zeigen.

Die Widersprüchlichkeit der heutigen Zeit wird in vielen Aspekten in unser Spiel geholt: Die Zwischenaktmusik wurde von Herrn Viktor Chornitzer auf elektronisch-digitalem Weg im Sinne einer Art Filmmusik unter Verwendung orientalisch-folkloristischer Elemente erstellt. Dabei war Herrn Chornitzer bewusst, dass die Musik einerseits Hintergrund für gesprochene Texte sein soll, andererseits aber von einer Szene zur nächsten überleitet. In seine Überlegungen darüber hinaus schloss er auch eine Art Leitmotivik ein. Dass seine Art der Musik mit den vom Chor gesungenen internationalen Passionsliedern einen starken Kontrast bildet, ist uns bewusst und wird sogar beabsichtigt, da gerade dieser Kontrast im Zusammenspiel mit den Zwischentexten die Zerrissenheit der heutigen Zeit verdeutlichen soll.

Weitere Hinweise auf unsere Zeit sind in den, für jede Aufführungsserie neu geschriebenen Zwischentexten enthalten, die z.B. 1998 auf Randgruppen und Außenseiter unserer Gesellschaft wie Bettler, Sandler, Asylanten, Suchtkranke, 2001 auf Märtyrer und Bekenner des 20. Jahrhunderts, wie Mutter Teresa, Maximilian Kolbe, Oscar Romero und Martin Luther King eingingen.

2004 lasen wir exemplarisch Tagebucheintragungen einer krebskranken Frau und schlossen diese jeweils - wie in einem Zwiegespräch - mit einigen Psalmenworten ab. 2007 gestalteten unsere Jugend Videosequenzen, in denen sie fünf alttestamentarische Szenen in ihre heutige Welt transponierten und so einen besonderen Bezug zur Passion herstellten.

In diesem Sinne bekommt das Feldkirchner Passionsspiel eine neue Dynamik und Tiefe: Es wird eine Brücke gebaut über eine zweitausendjährige "Leidensgeschichte", die nicht abgeschlossen ist, sondern alltäglich neu erlitten wird. Jesus leidet heute noch immer in den Ärmsten dieser Welt. Und schließlich soll im Schlusslied "Und er wird auferstehen" nicht nur mit den Zusehern im gemeinsamen Singen eine große Gemeinde gebildet werden, es werden auch alle Spieler teils im Kostüm, teils im Alltagsgewand den Kreis zum Heute schließen.