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Vorwort

Vorwort

krautwaschl

Zum Leben eines Menschen gehören neben Freude und Glück auch Angst und Schmerzen. In der Passionszeit wird uns dies besonders bewusst. Passionsspiele zielten schon immer darauf ab, den Menschen mit den Tiefen des Seins und den Fragen nach dem Leben und Tod zu konfrontieren. Passionsspiele wollen aber noch mehr. Sie wollen von der „Passion“ zur „Com-Passion“ führen und so dem Erbarmen und Mitgefühl Raum geben. Dabei „spielen“ – im doppelten Sinn verstanden – meist Frauen eine besondere Rolle: Frauen bezeugen aus eigener Ohnmachtserfahrung heraus, was es heißt, mitfühlend und erbarmend zu sein: Die Frau des Pilatus etwa versucht, ihren Mann umzustimmen, damit er sich nicht in die Spirale der Gewalt hineinziehen lässt. Oder die Frauen, die den Kreuzweg mitgehen – sie werden zum Symbol für bedingungsloses Mitgefühl, das keine Grenzen kennt, oder

Maria Magdalena und Maria, die Mutter Jesu, die den Weg mitgehen – von der dunklen Stunde der Verhaftung über die schmerzvollen Stunden des Leides und des Todes bis hin zur Auferstehung. Mitgefühl ist die Antwort der Frauen und der Evangelien auf Gewalt.

(Fotocredit:Christian Jungwirt)

Möge die Leidensgeschichte Jesu das Mitgefühl auch in uns wecken und zur Begegnung mit dem barmherzigen Gott führen, der sich uns bis in die schmerzvollsten Stunden solidarisch erweist und auf Seite der Entrechteten und Ohnmächtigen dieser Zeit steht. Den über 100 Mitwirkenden der Feldkirchner Passionsspiele gilt somit großer Dank. Sie ermöglichen den Weg von der Passion zur Com-Passion!

Dr.Wilhelm Krautwaschl
Diözesanbischof Graz-Seckau